Quotengesetz der Koalition geht nicht weit genug, ist aber ein Türöffner

Am 25. November hat der Koalitionsausschuss nach langem Hin und Her und diversen Störmanövern aus CDU und v.a. CSU endlich das lange erwartete Quotengesetz auf den Weg gebracht. Dabei ist ein Kompromiss heraus gekommen, der uns Grünen längst nicht weit genug geht.

Aber das nun beschlossene „Quötchen“ kann ein erster Schritt sein, die Kultur in Unternehmen zu verändern. Das ist dringend notwendig, denn es braucht endlich mehr Frauen in Führungspositionen, damit nicht nur Männerrunden Entscheidungen treffen. Geschlechtergerechtigkeit schreibt schwarze Zahlen, denn heterogene Teams arbeiten erfolgreicher, das haben mehrfach Studien gezeigt. Auf das kreative Potenzial von Frauen dürfen Unternehmen und Verwaltungen weder in Spitzenpositionen, noch auf anderen Ebenen heutzutage noch verzichten. Nach jahrelangen unwirksamen Selbstverpflichtungen seitens der Wirtschaft ist der Moment gekommen, endlich per Gesetz die „gläserne Decke“ zu sprengen.

Wir Grüne haben das schon vor Jahren gefordert und als erste Fraktion im Deutschen Bundestag im Jahr 2010 einen Quoten-Gesetzentwurf eingebracht (Drs. 17/3296, http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/032/1703296.pdf). Darin haben wir eine 2-stufige Geschlechterquote in Aufsichtsräten von erst 30% 2015, dann 40% bis 2017, je für Anteilseigner und auf Arbeitnehmerseite anteilig an den Geschlechterverhältnissen der Belegschaft gefordert.

Auch wenn das Gesetz der Großen Koalition weit hinter dem grünen Modell zurückbleibt, wird es wie ein Türöffner wirken und die Arbeitskultur verändern. Daher habe ich mit den anderen Initiatorinnen der Berliner Erklärung überparteilich für die Quote gekämpft und auf die Umsetzung wenigstens dieses „Quötchens“ gedrängt. In unserem offenen Brief an die Kanzlerin (siehe http://www.berlinererklaerung.de/) vom November haben wir die Regierung aufgefordert, endlich die Quotenforderung im Koalitionsvertrag umzusetzen – offenbar erfolgreich. Wir werden die Koalition auch weiterhin genau beobachten, damit beim Quotengesetz am Ende nicht doch noch getrickst wird.   

Gerade weil die jetzt gefundene Lösung nicht weit genug geht, verstehe ich die Entscheidung zum Quotengesetz auch als Anstiftung, bei unseren Forderungen nach mehr Frauenförderung in der Arbeitswelt nicht nachzulassen. Hier bleibt noch einiges tun. Ein Grundstein ist nun gelegt.

 

 

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