15.05.2014

Pressemitteilung zum Internationalen Tag der Familie

Internationaler Tag der Familie am 15. Mai

Zum heutigen Internationalen Tag der Familie erklärt die Abgeordnete Ekin Deligöz, Sprecherin der bayerischen Landesgruppe und Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages:

 

„Die Förderung und Unterstützung von Familien, ist immer auch eine Investition in die Zukunft“, so Ekin Deligöz. „Der Beitrag, den Familien erbringen, muss Anerkennung und vor allem auch konkrete Unterstützung erfahren. Das anhaltend hohe Armutsrisiko für Familien in Deutschland ist ein Beleg dafür, dass die im Grundsatz recht üppige Familienförderung völlig ineffizient angelegt ist. Leider beabsichtigt die Große Koalition hier keinerlei Reformansätze.“

 

Familien in Deutschland finden heute in vielen Bereichen Unterstützung, aber die Armutsstudien zeigen, dass Familien, insbesondere von Alleinerziehenden, Kinderreichen, mit niedrigeren Einkommen oder mit Migrationshintergrund, massiv von Armut bedroht sind. In die Familien- und Eheförderung fließt zwar viel Geld, ohne aber zielgenau Armutsprävention zu leisten. Auch auf kommunaler Ebene wurden bislang viele Ziele zur Förderung von Familien nicht erreicht. Es sind immer noch viel zu wenige Kita-Plätze vorhanden. Die Qualität der Angebote muss dringend verbessert werden. Für diverse Unterstützungs- und Hilfsangebote für Kinder und Familien vor Ort reicht vielfach das Geld hinten und vorne nicht.

 

Der aktuell in der Beratung befindliche Bundeshaushalt lässt keine Besserung erkennen. Es wird keine Ausweitung des Kinderzuschlages für Familien mit geringem Einkommen geben. Für Alleinerziehende hat die Bundesregierung lediglich eine steuerliche Freibetragsänderung vage in Aussicht gestellt – dies wird aber den wenigsten Alleinerziehenden nutzen. Die Regelsätze für Kinder bleiben unzureichend. Und nicht zuletzt bleiben die Ankündigungen zur Beteiligung des Bundes an der Stärkung von Bildungs- und Betreuungsangeboten weit hinter dem Erforderlichen zurück. Auch hinsichtlich der finanziellen Stärkung der Kommunen bleibt noch viel zu tun.

 

Viele Städte und Kommunen haben aber zwischenzeitlich den Wert der Familien erkannt und betreiben eine familienfreundliche Kommunalpolitik. Städte, die sich zur „Familienfreundlichen Kommune“ zertifizieren lassen und hierdurch oder durch andere Initiativen ein familienfreundliches Umfeld schaffen werden spätestens dann den Mehrwert der heutigen Investitionen bemerken, wenn Unternehmen nach geeigneten Standorten suchen und diese dort sehen, wo sie möglichst viele zukünftige Fachkräfte erwarten und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerne leben möchten.