PRESSEMITTEILUNG: Kein großer Aufbruch bei Freiwilligendiensten

09. November 2018

Zu den Koalitionsbeschlüssen über die Freiwilligendienste erklärt Ekin Deligöz, im Haushaltsausschuss u.a. für das BMFSFJ zuständig:

Leider hat die Koalition die Chance vergeben, endlich ein bedarfsgerechtes Angebot an Freiwilligendienststellen zu schaffen. Familienministerin Giffey hatte viel versprochen, gibt sich aber mit einem bescheidenen Plus zufrieden. Die grüne Bundestagsfraktion hatte eine Verdopplung des aktuellen Angebots beantragt, um wirklich die breite Nachfrage von engagierten jungen Menschen ernst zu nehmen und bedienen zu können.

Die Koalition wird nun die Mittel für den Bundesfreiwilligendienst sowie die Jugendfreiwilligendienste faktisch um neun Prozent erhöhen. Das ist zu zaghaft. Denn damit wird nach verbreiteter Experten- und Verbändemeinung keinesfalls die Nachfrage gedeckt. Just das hatte jedoch die Bundesfamilienministerin medienwirksam in Aussicht gestellt als. Im August tat sie entschlossen kund, jeder, der sich in Deutschland freiwillig engagieren wolle, solle dazu auch die Möglichkeit bekommen. Dafür wolle sie die Freiwilligendienste umfassend ausbauen und attraktiver gestalten. Mit einer Erhöhung von neun Prozent für den Stellenausbau sowie Qualitätsverbesserungen kommt man da aber nicht besonders weit.

Wer hier wirklich viel erreichen – und auch einen Kontrapunkt in der Dienstpflichtdebatte setzen – will, muss dazu auch Geld in die Hand nehmen. Oder weniger versprechen. Unsere Änderungsanträge zum Bundeshaushalt im Umfang von rund 330 Millionen Euro hätten eine Verdopplung der aktuellen Einsatzstellen bedeutet. Das wäre dann ein Angebot für alle Engagement-Willigen. Davon profitieren junge Menschen und Gemeinwesen gleichermaßen.