Grüne stellen Anfragen zu Gundremmingen

In Zusammenarbeit mit Vertretern des Günzburger Kreisvorstandes der Grünen haben die Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz und die Landtagsabgeordnete Christine Kamm in ihren Parlamenten mehrere Anfragen gestellt.

In ihrer schriftlichen Anfrage an die Bundesregierung will die Sendenerin Ekin Deligöz unter anderem wissen, wann mit dem Bau der Mauer um das Zwischenlager begonnen wird und wie die Bundesregierung zur geplanten sog. „Leistungserhöhung“ des AKW Gundremmingen steht. Kreissprecher Maximilian Deisenhofer kritisiert das intransparente Vorgehen beim Bau der Mauer um das Zwischenlager: „Die örtlichen Behörden werden überhaupt nicht informiert, geschweige denn die Bevölkerung. So entsteht kein Vertrauen.“ Die „Leistungserhöhung“ lehnen die Grünen als „gefährliches Tuning des Kraftwerks“ ab, das lediglich der Gewinnmaximierung der Betreiber dienen würde. Eine Antwort hat MdB Ekin Deligöz bisher nicht bekommen. Sie will die Öffentlichkeit umgehend informieren, sobald dies geschehen ist. Zur aktuellen Debatte um das Endlagersuchgesetz bemerkt die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion: „Umweltminister Altmaier darf den Gesprächsfaden mit der Opposition nicht abreißen lassen. Er muss ihn verstärken, durch Gespräche mit Umweltverbänden und Bürgerinitiativen. Nur ehrliche Kompromissbereitschaft und Ausdauer werden zu einer Lösung führen.“

Die Augsburger Landtagsabgeordnete Christine Kamm widmete sich in einer Anfrage ebenfalls der Probleme in Gundremmingen. Aus der Antwort des zuständigen Ministeriums geht Folgendes hervor: Derzeit befinden sich 41 Castoren in den Zwischenlagern des Atomkraftwerkes Gundremmingen. 2010 waren es noch 25 Castoren. Darüber hinaus lagern in den Nasslagern von Block B 2064 bestrahlte Brennelemente, in Block C 1970 Brennelemente. Von diesen insgesamt über 4.000 bestrahlten Brennelementen gehören 836 zu der Gruppe der hochgefährlichen MOX-Brennelemente. Laut Kamm zeigen diese Zahlen, dass in Schwaben extrem viel und extrem brisanter Atommüll lagert. „Die derzeitige Lagerung in Zwischenlagern ist äußerst bedenklich und langfristig nicht tragbar. Brandgefährlich ist die Lagerung in Nasslagern. Wir haben in Gundremmingen Deutschlands meistes Plutonium und den gefährlichsten Atommüll bundesweit.“, so Kamm weiter.

Die Bundesregierung müsse eine transparente Endlagersuche nun endlich angehen, fordern Deligöz, Kamm und Deisenhofer unisono. „Sonst bleiben wir hier in Gundremmingen für immer auf dem Atommüll sitzen.“ Am 9.März findet in Günzburg unter dem Motto „Abschalten vor dem GAU“ wieder eine Großdemonstration statt. Die Grünen rufen zur Teilnahme an dieser Demonstration auf.


Zugehöriger Artikel in der Augsburger Allgemeinen.