Zur aktuellen Ganztagsschulstudie der Bertelsmann Stiftung erklärt Ekin Deligöz, stellvertretende Vorsitzende und Sprecherin der Bayerischen Landesgruppe von Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag:

Die CSU-FDP-Regierung in Bayern hat sich ein Ungenügend eingefangen: Bayern  ist Schlusslicht bei Ganztagsschulen in Deutschland. Dabei ist der Bedarf an Plätzen groß. Und die förderliche Wirkung eines hochwertigen Ganztagsangebots ist für Schulkinder unbestritten. Aber der CSU ist die Förderung des Hausfrauenmodells wohl wichtiger als eine zeitgemäße Bildungs-, Familien- und Gleichstellungspolitik. Die FDP duldet diese Politik auf ganzer Linie. So werden jetzt Milliarden für das Betreuungsgeld ausgegeben und für den Ausbau von Bildung und Betreuung fehlt hinten und vorn das Geld.

Bezeichnend ist ebenfalls, dass schwarz-gelb sich einer Revision des Kooperationsverbots in Bildungsfragen widersetzen. Sie verwehren sich aus ideologischen und strategischen Gründen einer Unterstützung des Bundes – etwa beim Ganztagsausbau. Das Nachsehen haben die Eltern und Kinder. Wir Grünen drängen hingegen seit langem auf eine Aufhebung des Kooperationsverbots, um so mit gemeinsamen Kräften die bestmögliche Infrastruktur zur Förderung und Bildung unserer Kinder zu schaffen.

Es ist absurd, dass nun für Kinder bis zum Schuleintritt bundesweit ein Rechtsanspruch auf Betreuung existiert, die Eltern dann aber wieder auf sich alleine gestellt werden. Denn nur für rund jedes zehnte Schulkind existiert in Bayern ein Ganztagsplatz. Mit Hängen und Würgen – und erheblichen Bundesmitteln! - wird in Bayern der Krippenausbau wohl gestemmt werden. Dem muss eine breite Qualitätsoffensive und der Ausbau der Schulkinderbetreuung folgen. Für uns Grüne ist das eine zentrale Zukunftsherausforderung. Dafür setzen wir auch klare Prioritäten, so in der Steuerpolitik, bei der Abschmelzung der Eheförderung und Abschaffung des Betreuungsgeldes. Diese Finanzmittel sind in der Bildung vielfach besser aufgehoben.