Kleine Anfrage: Zuwendung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für „OpenEduHub“ an das Hasso-Plattner-Institut für die bundesweite Öffnung der HPI-Schul-Cloud

18.05.2020 | Durch die Corona-bedingten Schulschließungen fällt seit Wochen ein grelles Schlaglicht auf die diverse und zum Teil völlig unzureichende digitale Infra-struktur der Schulen in Deutschland. Von quasi heute auf morgen haben Schulen ihren Schulbetrieb und Lehrkräfte ihren Unterricht komplett umstellen müssen, um Millionen Schülerinnen und Schüler ihre Schulbildung per Fernunterricht zu ermöglichen. Obwohl der gemeinsame Beschluss der Ministerpräsidentenrunde und der Bundeskanzlerin eine schrittweise Öffnung der Schulen seit dem 4. Mai 2020 vorsieht, ist anzunehmen, dass wir trotz ausgearbeiteter Hygienekonzepte noch weit von einem normalen Schulbetrieb entfernt sind. Auch die Kultusministerkonferenz (KMK) schließt in ihrem Konzept vom 28. April 2020 einen normalen Schulbetrieb noch vor den Sommerferien aus. Bis die Corona-Pandemie bewältigt werden kann, sind auch bis weit ins kommende Jahr Einschränkungen im Schulbetrieb möglich. Hinzu kommt die Ungewissheit, inwiefern sich eine mögliche zweite Infektionswelle auf den Schulbetrieb auswirken könnte.
Die Umstellung auf einen digitalen Fernunterricht gelang indes an den Schulen gut, die seit längerem die Vorzüge der Nutzung einer Schul-Cloud genießen. Schulen, bei denen es an grundlegender digitaler Infrastruktur mangelt, können seit Wochen nur notdürftig den Fernunterricht improvisieren. Die Folge ist, dass es, laut einer aktuellen Allensbachstudie im Auftrag von Vodafone, nur einem guten Drittel (35 %) aller Lehrkräfte gelingt, zu allen ihren Schülerinnen
und Schülern Kontakt zu halten (https://www.vodafone-stiftung.de/umfrage-coronakrise-lehrer/). Die jahrelangen Versäumnisse bei der Digitalisierung in der Bildung machen sich nun schlagartig bemerkbar.

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