Humanitäre Nothilfe- OCHA

04. August 2015

Weniger von strategischen als auch von tagespolitischen Krisen geleitet ist die Arbeit von OCHA – Amt für Koordinierung Humanitärer Angelegenheiten oder kurz Nothilfekoordinator. Die Kernfunktionen des OCHA werden von etwa 1900 Mitarbeitern in New York, Genf und im Außeneinsatz ausgeübt.

Das Budget für 2011 machte etwa 242 Millionen USD aus. Davon stammten etwa 5 % (ca. 14 Mill. USD) aus dem regulären Budget der Vereinten Nationen, der Rest aus eigenen Budgetmitteln von den Mitgliedstaaten, der Europäischen Union und spendenden Organisationen, die zur Verfügung gestellt werden. Den Vorsitz hat derzeit das Vereinten Königreich.

 In ihrem Report zur Humanitären Lage in der Welt geben sie einen sehr guten Überblick über ihre Einsätze und damit auch über die Lage der Nothilfe in der Welt. www.unocha.org/2014annualreport/

 Die Konflikte werden immer komplexer, erfahre ich von meinen Gesprächspartnern, sowohl die in Folge von Kriegen als auch die der Naturkatastrophen. Letztere kommen in der Regel immer zusammen mit desolaten Situationen vor Ort. Daher plant OCHA aus Erfahrung ihre Einsätze auf eine immer längere Einsatzperioden, im Durchschnitt sieben Jahre. Je länger die Hilfsstrukturen andauern, desto mehr Menschen werden erreicht. Das steigert allerdings auch den Bedarf und somit auch die Kosten. Daher ist ihr Finanzbudget insbesondere in den letzten Jahren gestiegen und dennoch reicht es nicht aus, um den eigentlichen Bedarf zu decken. „Wir haben inzwischen die Kosten der Blauhelme und die der Sicherheitsarchitektur überholt“ sagt mir einer der Mitarbeiter.

Die Auswertung der Arbeit fällt unterschiedlich aus. Dort, wo funktionierende Systeme nach der ersten Hilfsphase strukturelle Aufbauarbeit leisten, ist der Erfolg schnell sichtbar und nachhaltig. Nach den verheerenden Zerstörung durch den Tsunami oder dem Hochwasser in Mozambique, wurden Sicherheitsstrukturen und Präventivmaßnahmen umgesetzt und in Infrastrukturen investiert. Inzwischen gelten beide Länder als in der Entwicklung befindliche Länder mit guten wirtschaftlichen Zahlen. Anders verläuft es in Syrien, Irak und anderen Staaten in der Region. Ohne verlässliche Partner, hohem Grad an Korruption und wenig Selbstanstrengung, läuft jede Hilfe ins Leere und kann nur momentan etwas Leid lindern, lerne ich. Im Irak werden Ende des Jahres alle 184 Gesundheitszentren der UN geschlossen aus Mangel an Mittel und Unterstützung. Damit werden die einzigen festen, zuverlässigen Strukturen vor Ort zerstört, ein Wiederaufbau wird um einiges schwieriger sein und das gewonnene Vertrauen zerstört.

Für OCHA steht in den politischen Fragen eins im Vordergrund: „Der Humanitäre Imperativ“- Leben retten und hierfür gibt es keine politischen Grenzen und Bedingungen. Das bedeutet, dass sie sich auch mit kritischen Gesprächspartnern einigen und in unsichere Situationen begeben um Überleben zu sichern.