Baugewerbe engagiert sich für Flüchtlinge

30. Mai 2016

Gestern habe ich mich mit Felix Pakleppa, dem Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, über verschiedene Themen unterhalten. Ca. 36.000 Junge Menschen absolvieren derzeit ihre Ausbildung in einem der 18 Bauberufe. Damit bildet das Baugewerbe über 80 % der Fachkräfte am Bau aus. Junge Menschen erhalten eine Berufsqualifikation, die ihnen eine sehr gute berufliche Perspektive eröffnet. Das Deutsche Baugewerbe engagiert sich außerdem für Flüchtlinge und gibt diesen im Rahmen des Pilotprojekts "Berufsstart Bau" die Möglichkeit sich auf eine Ausbildung in einem Bauberuf vorzubereiten.

Das sind richtige und wichtige Ansätze, die die Integration der bei uns Ankommenden unterstützt.

Neben der Eröffnung von Perspektiven, braucht es aber noch mehr: Zum Beispiel ausreichenden und geeigneten Wohnraum. Flüchtlinge können nicht auf lange Zeit in oftmals riesigen und überfüllten Gemeinschaftsunterkünften leben. Gerade hierdurch werden sie ausgeschlossen. Insbesondere in den Ballungszentren stehen schon seit geraumer Zeit zu wenige Wohnungen zur Verfügung, um allen Menschen guten und preiswerten Wohnraum zu ermöglichen. Jährlich gehen sogar durch das Auslaufen der Sozialbindung 60.000 Sozialwohnungen verloren. Deshalb fordern wir Grüne einen starken sozialen Wohnungsbau für Menschen mit kleinem Einkommen, denn nur so ist eine wachsende Konkurrenz um die schwindenden günstigen Wohnungen zu verhindern. Die Bundesmittel für den sozialen Wohnungsbau müssen deshalb auf mindestens zwei Milliarden Euro im Jahr aufgestockt werden.

Es dürfen keine anonymen Siedlungen mit abgesenkten Standards am Rande der Städte und in Industrievierteln entstehen, denn Integration wird nur dann gelingen, wenn Flüchtlinge inmitten unserer Städte und Gemeinden wohnen und wir gemeinsam leben. Wir setzen uns dafür ein, dass Kommunen, die explizit dafür werben, dass Flüchtlinge sich bei ihnen niederlassen, bei der Instandsetzung von vorhandenem Wohnraum und in ihrer Willkommensinfrastruktur besonders unterstützt werden.

So wird Integration gelingen!