Grüner Antrag: Geschlechtergerecht aus der Corona-Krise

16.06.2020 | In der aktuellen Corona-Krise treten bestehende Ungleichheiten besonders deutlich hervor. Dies zeigt sich insbesondere beim Blick auf die Geschlechter und die Aufteilung der Sorgearbeit sowie die Auswirkungen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Eine repräsentative Umfrage des Wirtschaftlichen und So-zialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zu den geschlechtsspezifischen Folgen macht deutlich, dass die Krise Frauen doppelt trifft: Sie haben aktuell im Durchschnitt weniger Erwerbseinkommen und leisten mehr Sorgearbeit. Insbesondere in Familien mit geringem Einkommen reduzieren Frauen ihre Arbeitszeit aufgrund der fehlenden Kinderbetreuung häufiger (WSI 2020). Das Ausmaß der Sorgearbeit, die Frauen tagtäglich zusätzlich zur Erwerbsarbeit erbringen, ist groß. Die Universität Koblenz-Landau hat errechnet, dass Eltern ihre Kinder im Durchschnitt drei Stunden pro Tag zu Hause unterrichten. In 82 Prozent der Fälle waren dabei mit „Eltern“ die Mütter gemeint. Durch die-sen Mehraufwand für familiäre Sorgearbeit fehlt Frauen Zeit für Erwerbsarbeit, aber auch für politische Partizipation oder akademische Arbeit. So ist die Anzahl der von Frauen eingereichten wissenschaftlichen Publikationen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken.

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