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Mein beruflicher Alltag - ein exemplarischer Tag

Viele Fragen sich, was die Politikerinnen und Politiker eigentlich die ganze Zeit machen. Besonders kritische Geister meinen gar, wir hätten gar nicht viel zu arbeiten. Nun, wie man die Arbeit und Politik von mir und der grünen Bundestagfraktion beurteilt, das überlasse ich erst einmal jeder und jedem selber. Doch dass wir wenig arbeiten und schaffen würden, das stimmt definitiv nicht. Aber vielleicht beschreibe ich einfach mal ein bisschen, wie mein Alltag im Bundestag so aussieht:

Für uns Abgeordnete geben die Bundestags-Sitzungswochen den Arbeitsrhythmus vor. Das sindjährlich etwa 22 - Wochen, in denen der Bundestag zusammentritt und wir folglich in Berlin arbeiten. Exemplarisch möchte ich Ihnen gerne einmal den Ablauf einer Sitzungswoche vorstellen:

Montag, 16. März 2009 Vormittags: Bürobesprechung mit meinen MitarbeiterInnen; Überblick über anstehende Termine und durcharbeiten der Post und weiterer Papiere
Mittags: Gesprächstermin mit einer Besuchergruppe aus dem Wahlkreis im Reichstagsgebäude (http://www.ekin-deligoez.de/mein-wahlkreis/besuchergruppen/)
Nachmittags: Öffentliche Anhörung zu „Konfliktsituationen während der Schwangerschaft"; anschließend: Arbeitsgruppe „Frauen, Senioren, Familie und Jugend" (FSFJ) der grünen Bundestagsfraktion
Abends: Internes Arbeitstreffen mit der bayerischen Landtagsfraktion und der Presse; danach: Strategiegespräch

Dienstag, 17. März 2009 Vormittags: Treffen mit einem grünen Fraktionskollegen; danach: Besprechung des Arbeitskreises 5 der grünen Bundestagsfraktion( u. a. zuständig für die Themen Kinder und Familie)
Mittags: Gesprächsrunde mit grünen Fraktionsmitgliedern
Nachmittags: Fraktionssitzung der Grünen
Abends: Parlamentarischer Abend eines Verbandes

Mittwoch, 18. März 2009 Vormittags: Treffen der Obleute des Ausschusses FSFJ; anschließend: Ausschuss FSFJ (Familie, Senioren, Frauen und Jugend)
Mittags: Vorbereitung der Kinderkommission mit Sekretariat
Nachmittags: Besuch bei den Stadtteilmüttern in Neukölln mit der Kinderkommission; danach: Aktuelle Stunde zu „Konsequenzen nach dem Amoklauf"
Abends: Treffen zwecks Wahlkampfplanung; anschließend: politischer Abend eines Verbandes zum Thema „Bekämpfung der Kinderpornographie im Internet"

Donnerstag, 19. März 2009 Vormittags: Plenarsitzung des Bundestages: Regierungserklärung zum Europäischen Rat; dazwischen: Bürobesprechung zum Bundestagswahlprogramm und zur Wahlkampfbegleitung
Mittags: zwei Telefoninterviews; danach: Gesprächstermin mit einem türkischen Verband
Nachmittags: Arbeit im Büro
Abends: Strategietreffen mit MandatsträgerInnen

Freitag, 20. März 2009 Vormittags: Plenarsitzung des Bundestags zum Finanzmarktstabilisierungsergänzungsgesetz; anschließend: Gesprächstermin und Besprechung wegen bayerischer Frauenkonferenz in Augsburg
Mittags: Gespräch mit einem Kollegen beim Mittagessen
Nachmittags: Plenarsitzung des Bundestags zur UN-Kinderrechtskonvention (ich halte eine Rede)
Abends: Türkisch-Deutscher Abend; anschließend: mit dem Nachtzug nach Augsburg

Samstag, 21. März 2009 Morgens: Ankunft in Augsburg
Ganztägig: Bayerische Frauenkonferenz in Augsburg
Abends: mit dem Nachtzug nach Berlin

Sonntag, 22. März 2009 Morgens: Ankunft in Berlin

Wie hier deutlich wird, liegt mein Themenschwerpunkt hauptsächlich im Bereich Kinder und Familie. Aus diesem Grund hat der Familienausschuss für mich - vor dem Rechtsausschuss, dem ich als stellvertretendes Mitglied angehöre - Priorität.
Zu meinem sowieso schon vollen Terminkalender kommen eine Vielzahl von Einzelterminen, wie z. B. Fachgespräche mit anderen Abgeordneten sowie Referenten, mit Verbands- und Organisationsvertretern, Pressetermine oder Konferenzen. Viele solcher Veranstaltungen finden auch am Wochenende statt. Mehr noch stehen diese aber unter dem Zeichen der Parteiarbeit. Da gibt es Bundes- und Landesparteitage, Bezirksversammlungen und Kreisverbandstreffen, Bund-Länder-Treffen (bayerische Mitglieder des Bundestags (MdB) treffen sich mit den Landtagsabgeordneten und der Parteispitze der Grünen in Bayern), spezielle Facharbeitsgruppen der Partei und last but not least Treffen der Grünen Jugend Bayern.
Damit bin ich auch schon bei der sogenannten sitzungsfreien (Arbeits-)Zeit angelangt. Die verbringe ich einerseits im Berliner Büro, wenn beispielsweise Arbeit liegenbleiben musste, Pressegespräche oder Pressekonferenzen nicht mehr in die Sitzungswochen passten oder wenn eine Besuchergruppe aus Bayern in Berlin ist. Andererseits steht natürlich während der sitzungsfreien Zeit die Arbeit im und für den Wahlkreis auf dem Programm. Die habe ich in einer eigenen Rubrik beschrieben.

Wie Sie sehen, ist die Arbeitsbelastung von Abgeordneten alles andere als gering. Aber ich finde die Arbeit sehr spannend und interessant, besonders, weil die einzelnen Bereiche und Aufgaben sehr unterschiedlich und vielfältig sind. Als Politikerin kann ich viel bewegen und einen kleinen Beitrag dazu leisten, die Dinge positiv zu ändern.

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