Buchvorstellung: Politik ohne Grenzen

02. Dezember 2016

Politik ohne Grenzen: Migrationsgeschichten aus dem Deutschen Bundestag

Und alle sind Deutschland! Niemals zuvor gab es in einem deutschen Parlament so viele Abgeordnete mit einem Einwanderungshintergrund wie in der laufenden Legislaturperiode. Auch ich habe hier meine Geschichte erzählt.

Heimat ist ein schwer zu fassender Begriff in unserer Zeit. Für die einen ist er historische belastet und deshalb Tabu. Für die anderen ist er geradezu ein Ausdruck von Sehnsucht. Wir kamen zunächst nur für fünf Jahre.

Es gibt aber auch Erfahrungen, deren bitteren Beigeschmack uns dauerhaft bleibt. Hierzu gehört, dass die meisten Menschen mit Migrationshintergrund immer wieder mitgeteilt bekommen, was sie anscheinend "nicht können" und was ihnen "nicht zugetraut wird", anstatt zu hören, worin sie gut sind. In meinen Werdegang war es nicht anders. Bei allen meinen Vorhaben bin ich immer wieder mit der Frage konfrontiert worden: "Kannst du das überhaupt?". 

Es war wie bei vielen anderen "Gastarbeitern" auch: Wir kamen, um zu gehen - und wir blieben. Meine erste Begegnung mit Deutschland war die Bahnhofstraße in München. In der Grundschule in Senden wurde wir auf türkisch unterrichtet, nach dem türkischen Lehrplan, selbst der Pausenhof der türkischen und er deutschen Schüler war getrennt. Die Welt auf der anderen Seite war spannend und doch so fern.   

Die Heimat, die ich jetzt gefunden habe, ist kein Ort, nicht Blut und Boden, sondern eine geistige Haltung - eine Wertehaltung, die uns verbindet und verpflichtet.

Mehr Informationen zum Buch gibt es hier.