Leserbrief an den SpaZz in Sachen "Feuchts Einwurf"

21. Februar 2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die Weiterleitung des offenen Briefes zu "Feuchts Einwurf" im SpaZz vom Dezember 2017. Ich hatte die ganze Geschichte mitverfolgt und wie Ihr sicherlich wisst hatten bereits Mitglieder meiner Partei auf verschiedenen Ebenen sehr deutlich Stellung dazu bezogen – mit einer Kritik, die ich uneingeschränkt teile.

Mit der Zunahme des Rechtspopulismus in unserer Gesellschaft und jüngst mit dem Einzug der AfD in den Bundestag bemerken wir zunehmend, wie hinter dem Vorwand "Man darf ja wohl mal sagen" oder des "Querdenkens" Tabus fallen, die zu Recht als Tabus in unserer Gesellschaft gelten. Es ist ein mittlerweile bekanntes Muster: man gibt sich unkonventionell, greift aber nicht Konventionen an sondern konkrete Personen(gruppen) oder Sachverhalte, die einem einfach nicht passen. Das Ganze dann möglichst rücksichtslos und das Ergebnis ist oft genug: Menschenverachtung, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit.

Mit Schrecken stelle ich auch fest, wie sich die Sprache verändert. In der letzten Sitzungswoche fielen bei der Debatte im Bundestag Wörter wie "entarteter Pass" und "Fremdstaatler". Wie selbstverständlich entlehnt die AfD nationalsozialistisch besetzte Begriffe, selbst aus dem Kontext der Judenverfolgung, wie auch im folgenden Artikel nach zu lesen ist: 

Es wird uns Demokraten viel Kraft und Mut kosten, sich dem zu widersetzen, das wir eigentlich für überwunden gehalten haben. Menschlichkeit, Toleranz und Zivilcourage lassen sich nicht verordnen. Wir können aber glaubhaft dafür werben, mit gutem Beispiel vorangehen und diejenigen unterstützen, die im Alltag und vor Ort für Demokratie und Menschenrechte streiten. Fast immer kostet es Mut, Zivilcourage zu zeigen. Und in der Auseinandersetzung mit Engstirnigkeit ist ein langer Atem gefragt. Das müssen wir in jüngster Zeit wieder bitter erleben. Aber es gibt auch die vielen Bürgerinnen und Bürger, die sich davon nicht einschüchtern lassen und ihren Beitrag zu einem gesellschaftlichen Klima ohne Angst leisten. So wie Ihr, deshalb gebührt euch Respekt. Mein Dank und meine Unterstützung seien euch gewiss. Im Kleinen wie im Großen ist es unser Auftrag, auf ein in unserer Verfassung angelegtes respektvolles, solidarisches Miteinander hinzuwirken. Die Grundwerte unserer Demokratie sind keine Schönwetter-Angelegenheit sondern gelten gerade in schwierigen Zeiten. Und wir sollten sie verteidigen, auch und gerade gegen diese eher unauffälligen, alltäglichen Angriffe, die so beiläufig daher kommen. Denn so harmlos sie auch erscheinen, dienen sie einer Kultur der Missachtung demokratischer Standards. Genau das dürfen wir nicht zulassen.

Mit herzlichen Grüßen 
Ekin Deligöz

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